Alle paar Monate taucht eine Schlagzeile auf: QR-Codes sind tot. Die Person, die sie schreibt, steht danach auf, scannt mittags die Speisekarte, auf dem Rückweg die Parkuhr, verbindet sich am Empfang per Scan mit dem Büro-Wi-Fi und setzt sich wieder an den Schreibtisch, um den Tod des QR-Codes vorherzusagen.
Das weltweite Scan-Volumen hat sich zwischen 2020 und 2025 ungefähr verdreifacht. Und es steigt weiter. Der Grund ist nicht spannend, aber entscheidend: Jedes Handy, das seit iOS 11 und Android 9 ausgeliefert wurde, liest QR-Codes nativ — direkt in der Kamera-App. Keine App-Installation. Keine Reibung.
Wo das Volumen gerade steckt
- Zahlungen. Asien läuft seit einem Jahrzehnt auf QR-Schienen: WeChat Pay, AliPay, UPI. Die westlichen Wallets haben aufgeholt. Apple Pay, Google Pay und ein langer Schwanz an Krypto-Wallets lesen QR-Adressen.
- Gastronomie und Hotellerie. Der Speisekarten-QR bleibt. Genauso der Zimmerschlüssel aufs Handy, der Hotel-Check-in, das Bestellen am Tisch.
- Außenwerbung. Plakate haben wieder QR-Codes. Sie funktionieren, weil Handys einen großen Code aus zwei, drei Metern Entfernung lesen — vorausgesetzt, der Kontrast stimmt.
- Produktverpackungen. Echtheitsprüfung. Inhaltsstoffe nachschlagen. Rückrufinfos. Der Digitale Produktpass der EU, der ab 2026 ausgerollt wird, basiert auf QR.
- Networking. vCard-QR-Codes fressen die Papier-Visitenkarte auf.
Was anders ist als 2019
- Native Scanner. Die mit Abstand größte Veränderung.
- Bessere Kameras. Handys fixieren kleine oder verzerrte Codes schneller.
- Die Designer haben aufgeholt. Codes mit Farbe, Verläufen und einem Logo in der Mitte sehen aus wie Markenassets statt wie Barcodes aus den Neunzigern.
- Dynamische Codes sind im Mainstream angekommen. Marketer wollen ein gedrucktes Asset, das sie umleiten und messen können. Genau das ist ein dynamischer QR-Code.
Was als Nächstes kommt
Drei Dinge, die 2026 und 2027 einen Blick wert sind:
- QR-Codes im Rahmen-Stil. Gebrandete Grafik rundherum, der QR-Code als Herzstück. In designorientierten Tools längst üblich.
- Rechteckige Micro-QR- und iQR-Varianten. Für sehr kleine Druckflächen.
- Verifizierte Scans. Anti-Spoofing-Technik, die beweist, dass ein QR-Code wirklich dorthin führt, wohin sein Herausgeber es behauptet.
Das ehrliche Fazit: QR ist nicht tot. Es steckt nur so tief in allem drin, dass niemand mehr darüber redet.


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